Systemisches Coaching im Bereich Organisationsentwicklung

Coaches haben wir genug, wenn es um das Amt des Bundestrainers geht, vielleicht sogar 82 Millionen allein in Deutschland. Mit systemischen Coaching meine ich aber etwas anders, nämlich eine professionelle Begleitung von Menschen in Organisationen, die den Blick konsequent über die einzelne Person hinaus richtet.

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Das systemische Coaching geht davon aus, dass Verhalten, Entscheidungen und Herausforderungen immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen organisationalen Umfeld entstehen. Rollen, Beziehungen, Strukturen, Erwartungen und kulturelle Muster prägen das Handeln von Führungskräften sowie Mitarbeitenden jeden Tag. Ich erwähne hier immer wieder gerne den Eisberg, mit seiner Spitze, aber vielmehr seinem Umfang unterhalb der Wasseroberfläche.

Im systemischen Coaching steht daher nicht die schnelle Lösung im Vordergrund, sondern das Verstehen von Zusammenhängen. Fragen nach dem Kontext, nach Wechselwirkungen und nach der eigenen Rolle im System eröffnen neue Perspektiven. Systemisches Coaching unterstützt dabei, Klarheit zu gewinnen, Handlungsspielräume zu erweitern und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Zentrale Merkmale systemischen Coachings

Systemisches Coaching basiert auf einer klaren Haltung. Die Coachees werden als Expert*innen für ihr eigenes System verstanden. Sie bringen Wissen, Erfahrung und Ressourcen bereits mit. Aufgabe von Coaches ist es nicht, Lösungen vorzugeben, sondern Reflexions- und Lernprozesse anzuregen.

Probleme werden nicht als persönliche Defizite betrachtet, sondern als sinnvolle Reaktionen auf bestehende Rahmenbedingungen. Jedes Verhalten hat eine Funktion im System. Durch gezielte Fragen (und davon kann ich gerne sehr viele stellen), Perspektivwechsel und Hypothesen werden Muster sichtbar, die bislang oft unbewusst wirksam waren.

Verantwortung bleibt dabei immer bei der gecoachten Person. Systemisches Coaching stärkt Selbstverantwortung und Entscheidungsfähigkeit, statt Abhängigkeiten zu erzeugen. Mehrdeutigkeit und Ambivalenz werden nicht aufgelöst, sondern bewusst gehalten. Gerade in Organisationen gehören Spannungsfelder zum Alltag. Systemisches Coaching hilft, mit ihnen handlungsfähig umzugehen. Aber es bietet auch Raum für persönliche Weiterentwicklung und den Umgang mit Veränderungen. Wichtig ist hier eine gründliche Auftragsklärung*, damit alle Beteiligten wissen, wohin die Coaching-Reise gehen soll.

Entwicklung wird dabei als Prozess verstanden. Nicht als Reparaturauftrag und nicht als Optimierung von Menschen, sondern als kontinuierliches Lernen in komplexen Systemen.

*Auftragsklärung als Grundlage wirksamen systemischen Coachings

Ein zentrales Element systemischen Coachings ist die sorgfältige Auftragsklärung. Sie bildet die Grundlage für Orientierung, Verbindlichkeit und Wirksamkeit im gesamten Coachingprozess. Gerade im organisationsentwicklerischen Kontext ist sie unverzichtbar, weil Coaching selten losgelöst vom organisationalen Umfeld stattfindet. Unterschiedliche Erwartungen, implizite Ziele und organisationale Interessen treffen hier häufig aufeinander. Ich nehme mir hierfür gerne mindestens eine Stunde Zeit.

Systemische Auftragsklärung bedeutet, gemeinsam Klarheit zu schaffen. Nicht nur darüber, woran gearbeitet wird, sondern auch darüber, warum genau dieses Thema jetzt relevant ist und woran Entwicklung erkennbar wird. Drei Leitfragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Was ist der Status Quo? Hier geht es darum, die aktuelle Situation differenziert zu verstehen.

Was ist das Ziel? Ziele werden im systemischen Coaching nicht vorschnell festgelegt, sondern gemeinsam geschärft.

Was sind Parameter für Erfolg? Erfolg wird nicht abstrakt definiert, sondern beobachtbar gemacht.

Eine klare Auftragsklärung schafft Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten. Sie verhindert, dass Coaching unverbindlich bleibt oder Erwartungen unausgesprochen wirken. Gleichzeitig bleibt sie offen genug, um neue Erkenntnisse und Entwicklungen im Prozess zu integrieren.

Der Mehrwert von systemischem Coaching für Organisationsentwicklung

Der besondere Mehrwert systemischen Coachings zeigt sich dort, wo individuelle Entwicklung und organisationale Entwicklung zusammenwirken. Gerade im Coaching von Führungskräften wird deutlich, wie eng persönliche Fragestellungen mit organisationalen Rahmenbedingungen verbunden sind. Führungskräfte bewegen sich in Spannungsfeldern zwischen strategischen Anforderungen und operativem Alltag, zwischen Nähe und Distanz, zwischen Stabilität und Veränderung.

Systemisches Coaching hilft Führungskräften, diese Spannungen nicht als persönliche Überforderung zu erleben, sondern als Teil ihrer Rolle im System zu verstehen. Es stärkt die Fähigkeit, komplexe Situationen einzuordnen, Wechselwirkungen zu erkennen und bewusster zu handeln. Führungskräfte entwickeln ein feineres Gespür für Dynamiken in Teams, für unausgesprochene Erwartungen und für die Wirkung des eigenen Verhaltens.

Für die Organisationsentwicklung bedeutet das, dass Veränderung nicht nur über Strukturen und Prozesse angestoßen wird, sondern auch über Haltung, Führung und Zusammenarbeit. Systemisches Coaching wirkt hier als Verstärker.** Entwicklungsschritte bleiben nicht auf der individuellen Ebene stehen, sondern entfalten Wirkung im gesamten System. Entscheidungen werden reflektierter getroffen, Veränderungen besser verstanden und Verantwortung klarer übernommen.

**Ein kurzer Exkurs zur Bedeutung von Empathie

Empathie spielt im systemischen Coaching eine zentrale Rolle. Nicht als wohlmeinende Freundlichkeit, sondern als professionelle Fähigkeit, Menschen in ihrem Erleben ernst zu nehmen und Zusammenhänge zu verstehen. Gerade in Organisationen bewegen sich Führungskräfte und Mitarbeitende häufig in Spannungsfeldern, die emotional fordernd sind. Zeitdruck, Verantwortung, widersprüchliche Erwartungen oder Veränderungsprozesse hinterlassen Spuren.

Systemisches Coaching schafft Raum, in dem diese Erfahrungen gehört und eingeordnet werden können. Empathie bedeutet hier, die Perspektive der gecoachten Person wirklich zu erfassen, ohne zu bewerten oder vorschnell zu interpretieren. Sie ermöglicht Vertrauen und öffnet den Raum für ehrliche Reflexion. Erst wenn sich Menschen verstanden fühlen, können sie neue Perspektiven zulassen und ihr eigenes Handeln kritisch betrachten.

Du siehst systemisches Coaching als Chance für deine Organisation?

Systemisches Coaching macht Organisationsentwicklung anschlussfähig und nachhaltig. Es verbindet persönliche Reflexion mit organisationaler Wirksamkeit und unterstützt Organisationen dabei, ihre Entwicklungsfähigkeit langfristig zu stärken.

Übrigens nicht nur im klassischen 1:1 Setting: Systemisches Coaching kann sowohl mit einzelnen Führungskräften und Mitarbeitenden als auch im Teamkontext wirksam eingesetzt werden. Entscheidend ist dabei nicht das Format, sondern der systemische Blick auf Rollen, Beziehungen und Dynamiken.

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Du siehst hierin einen Mehrwert? Dann lernen wir uns kennen. Hören wir einander zu und erfahren etwas über Status Quo und das, was möglich wäre. Sprechen wir über Ziele, Zielgruppen und nächste Schritte. Lust auf eine gemeinsame Reise mit systemischem Coaching im Bereich der Organisationsentwicklung? Ich freue mich auf deine bzw. eure Nachricht!

PS: Kann ich mir das fördern lassen? JA, zumindest teilweise! 🔥

Und zwar doppelt: Ich bin autorisierter INQA-Coach und berechtigt, Organisationen bei Transformations- und Changemaßnahmen zu unterstützen, darunter fallen z.B. Reorganisation von Arbeit, New Work, Agilität oder Team-Coaching – also die volle Bandbreite von Organisationsentwicklung. Mein Einsatz wird zu 80% gefördert. Mehr Infos zur INQA-Förderung auf dieser Seite.

Außerdem bin ich akkreditierter Berater von Zukunftsraum Demografie: Hierbei darf ich Kommunen bei Fragen der demografischen Transformation begleiten, u.a. zu Prozessentwicklung, Fachkräftesicherung, Daseinsvorsorge oder Team-Coaching. Mein Einsatz wird zu 100% gefördert. Mehr Infos zum Förderprogramm Zukunftsraum Demografie auf dieser Seite.

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